Name:   TAN
Geburtstag:   21.12.1987
Sternzeichen:   Schütze
Lieblingsbands:   Merzbow, Radiohead, Therapy?, The Smashing Pumpkins, Dikta, Björk, Slut, Muse, Tocotronic, Klez_e, Sigur Rós, Mínus, X Japan, Slunky Side, Pink Floyd, The Meteors, Soad, Afx, Deftones, Herr Stilz seine Freunde, Johanna Zeul, Tool, EA80, Satie, Ikarisches Ensemble, The Prodigy, Hide, The Doors, Einstuerzende Neubauten, At the drive-in, Mucc, Déspairs Ray, Refused, Deadman, Chicks on speed, Air, Dir en grey, Michael Jackson
erstes Album/Konzert:   Tic Tac Toe. Das erste durch Zeitung Austragen verdiente und von diesem Geld selbst gekaufte war dann Björk
Hobbies:   Die wunderbare Welt der Sinneswahrnehmungen.
das find ich gut:   Dass der Tisch an Weihnachten fuer eine Person mehr gedeckt wird.
das nervt:   Staubsauger
mein Place to be:   Verbringe Abende allgemein gern in rotem oder gruenem Licht, in Ecken und in Decken.
hätte gern mal
ein Date mit:
  dem Mann im Mond
Wenn ich alt bin,
will ich:
  Wie wohl jeder in erster Linie gluecklich sein. Was genau Glueck fuer mich bedeuten wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. So lang ich immer Musik machen kann, wird es mir schon irgendwie gut gehen.
Mein Lebensmotto:   Hey, die Welt ist scheiße, mach Glitzer drauf!

Tan über Tan

Ich bin jung. Ich bin jünger als die meisten in meinem Alter. Trotzdem bin ich nicht mehr jung genug für ein Nimmerland, ich habe vergeblich auf Peter Pan gewartet. Mit 12 kaufte ich mir verzweifelt mein letztes Barbiepferd, aber so oft ich mich zum Spielen mit meiner besten Freundin traf, so oft langweilten wir uns in den Wahnsinn, woraufhin ich mich damit abfand, die Zeit nicht anhalten zu können. Dabei wäre das so schön, für immer Kind zu bleiben, für immer in seinen Traumwelten zu leben, sich nicht mit der kalten Welt beschäftigen zu müssen, die die Menschen „Realität“ nennen und für wichtig befinden. Und das, wo sie doch nur aus Belanglosigkeiten zusammengesetzt ist wie ein Ponyhof aus Legosteinen.

Musik ist das kleine Türchen, das noch aus der Kälte heraus in eine Welt voll prachtvoller Zauberschlösser und geheimnisvoller Märchenwälder führt. Sie gehört überallhin. Und wenn ich sage, dass ein Leben ohne Musik für mich nicht möglich wäre, dann nicht, weil es sich für einen Musiker gehört und weil es das ist, was die Menschen von einem erwarten. Ich sage es, weil es das ist, was mein Leben von Grund auf bestimmt. Von ihr hängt in der Regel alles ab. Musik ist für mich wie ein zweiter Lebensfaden, den man nicht abschneiden, wie das Lebenselixier, das man nicht leer werden lassen darf. Vor allen Dingen hat man in ihr immer einen Fluchtweg, und den brauche ich in dieser Welt.

Mein Weg zum Musizieren war recht unspektakulär. Ein siebter Geburtstag und die Suche nach der richtigen Straße am Rand unseres Dorfes haben mich zum Klavier geführt. Das war der Moment, seit dem ich nicht mehr nur hörte, sondern selbst spielte. Und obwohl ich es bis heute liebe, waren mir Diabelli, Bach und Mozart irgendwann nicht mehr genug. Ich wollte neue Musikrichtungen, einfach so, wollte mehr. Ich wollte den Geruch des Kellerproberaumes bis ans Ende meines Lebens mit den wichtigsten Momenten meines Lebens assoziieren. Ich wollte Menschen kennen, die so fühlen wie ich. Ich wollte schlichtweg nicht mehr allein sein in der Musik. Und dazu bieten sich jegliche Formen von Rock eben sehr gut an. Da ich so gut wie jede Musikrichtung gerne höre, hätte ich ebenso Electro machen können, aber das Gefühl war nicht dasselbe. Live auf der Bühne zu stehen und zu spüren, wie die Gefühlsfäden der handvoll Menschen, die gemeinsam musizieren, zusammenlaufen und dieses unbeschreibliche Energiebündel bilden, das in Form von Musik aufblüht und ausläuft, ist einfach das Größte. Der Rhythmus, das vollkommene Eingenommensein von den Klängen, das lebendige Pulsieren und der zusätzliche physische Aspekt des Musizierens haben mich ans Schlagzeug geführt. Musik ist nunmehr körperlich, man befindet sich sowohl innerlich als auch äußerlich in Bewegung. Die Mehrzahl von Wahrnehmungsebenen, die sich entwickelt, während man dieses Instrument spielt, ist nirwanagleich. Wer Schlagzeug spielt, braucht nicht mehr zu beten, braucht nicht mehr zu hoffen, braucht nicht mehr zu sterben.

Außer der Musik gibt es für mich noch die Welt der Worte und Gedanken, die Welt der Farben, Lichter und Schatten. Ich fühle mich als Künstler, ich bin Selbstdarsteller, ich bin Ganzkörperschmerz, ich bin Ganzseelentumor. Ich bin eine Krankheit, ich bin ihre eigene Heilung. Ich bin Morphium, ich bin Liebe. Ich zeichne, klebe, fotografiere, schreibe. Ich liebe Lesen. Ich liebe Lernen. Ich liebe Leben. Und liebe Details in allem, was ich tue und wahrnehme. Ich beobachte, ich sammle, ich möchte alles kennen und alles wissen. Ich möchte alles schlucken können, alles haben. In diesem Sinne bin ich die personifizierte Gier. Wenn ich die Möglichkeit dazu hätte, würde ich die Welt aus Eimern trinken. Irgendwann wäre alles in meinem Bauch. Dann wäre ich glücklich. Ich glaube, ich bin auch jetzt glücklich.

         
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